Wechsel von Android zu iOS

21. Dez. 2019

Damals habe ich zu meinen Kumpels gesagt, dass ich mir niemals ein iPhone kaufen werde - vorab: Das habe ich auch nicht.

Warum iOS?

Ich habe vor kurzem ein Telefon von meiner Firma bekommen - ein iPhone X. Da ich das Telefon auch privat nutzen kann und keine Lust habe, mit zwei Handys durch die Gegend zu laufen und auch in der Firma auf dem Tisch liegen zu haben, habe ich mich dazu entschieden auf ein Handy umzusteigen.

Der Umzug

Vorab: Ich habe auf meinem alten Android-Handy die App "move to iOS" von Apple geladen. Diese erstellt einen Access-Point, auf welchen das iPhone verbindet. Hierbei werden App-Listen ausgetauscht und nach den Apps im AppStore gesucht und die SMS umgezogen. Die Bilder habe ich manuell übertragen, da es zu langsam war.

Die Einfachen Dinge

Was einfach war, sind zB die Kontakte und Kalender gewesen. Diese hatte ich vorher schon bei Google und konnte mich einfach nach der Einrichtung auf meinem iPhone mit dem Google Konto einloggen und alles wurde in die entsprechenden Apps eingebunden. Ebenfalls waren alle SMS und fast alle alten Apps nach kurzer Zeit auf dem iPhone vorhanden.

Bei Threema konnte ich zumindest die Kontakte und deren Verifikation (die drei Punkte) umziehen, leider nicht die Nachrichten. Das kann aber auch an mir gelegen haben.

Die Fotos und Videos von meinem alten Android-Gerät habe ich auf meinen Mac geladen, um diese denn mit der Fotos-Anwendung in die iCloud zu laden. Da es 7GB an Medien waren, musste ich kurzerhand meinen iCloud-Speicher auf 50GB erweitern. Das kostet bei Apple 99ct im Monat - vertretbar, wie ich finde. Es hat knapp 4-5h gedauert, die Fotos via WLAN hochzuladen. Diese waren denn direkt auch in der Fotos-App auf meinem iPad und iPhone sichtbar. Ausschalten musste ich noch, dass sich neue Whatsapp-Medien in den Fotos angezeigt werden - das fand ich nervig, ging aber über die Einstellungen in Whatsapp problemlos.

Die Probleme

Whatsapp. Definitiv der Horror. Es gibt keine offizielle Möglichkeit, seine Whatsapp-Nachrichten ohne externe Software auf sein iPhone zu bekommen. Außerdem musste ich mit dem Kompromiss leben, nur die Nachrichten (welche alle zwei blaue Haken hatten) auf dem iPhone zu haben. Die Medien wurden zwar an den richtigen Stellen angezeigt, waren aber alle "inhaltslos".

Mediendateien in Whatsapp wurden nicht übertragen

Was ich vermisse

Ich vermisse aktuell bei iOS drei Dinge:

  • Die Music-App merkt sich weder die Stelle, noch das Lied, welches man zuletzt abgespielt hat. Das nervt. Man beginnt immer von Vorne. Ich hätte Spotify gerne gekündigt, aber aktuell ist für mich das nicht mögliche fortsetzen von Titeln ein Umstand, der mich davon abhält.
  • Die Tastatur: An den fehldenden Punkt neben der Leertaste habe ich mich mich durch das doppeltippen dieser umgewöhnt. Aber kein Komma direkt neben der Tastatur zu haben ist nervig. Ebenfalls das gewohnte löschen von Wörten durch das drücken und denn "wegswipen" von der Löschen-Taste. Dadurch konnte man schnell Wörter löschen.
  • Jede App hat in den iPhone Einstellungen einen Punkt. Warum finde ich dort manchmal Einstellungen und manchmal in der App? Zum Teil finde ich sogar (bsp: Facebook) ein mal in der App viele Einstellungen, aber ein Paar auch in den iPhone Einstellungen. Da hätte ich mir mehr Konsistenz gewünscht.

Was ich besonders gut gelungen finde

Das sind ein paar Dinge, die aber natürlich für Apple deutlich einfacher aufgrund des übersichtlichen Produkspektrums sind:

  • Die Integration mit MacBook, iPad und Apple Watch. Es funktioniert echt super, wenn man die Apple-Eigenen Apps verwendet. Dateien, Notizen etc werden quasi in Echtzeit auf alle Geräte Synchronisiert.
    Ebenfalls die Funktion, dass ich auf einem Gerät zB eine Webseite auf haben kann und auf einem anderen Gerät auf dieser weitersurfen kann. Diese Funktion geht sogar in der Twitch-App, dass ich einen Stream einfach auf dem iPad in der Twitch-App weiterschauen kann.
    Einen Punkt, den ich auch super finde, ist die Einbindung von Passwortmanagern (in meinem Fall 1Password) in die Tastatur. Das verhindert, dass ich den Apps Zugriff auf meinen Bildschirminhalt geben muss oder, dass ein fetter Banner "1Passwort öffnen" sich quer über die Eingabefelder legt.
  • Die Akkulaufzeit. Ich bin echt begeistert von der Akkulaufzeit. Abends, wenn ich nach Hause komme, habe ich meist noch 30% Akku. Mir ist jedoch auch aufgefallen, dass ich generell weniger am Handy bin seitdem ich das iPhone habe.
  • Die native Einbindung von Kurzbefehlen ist echt gut gelungen. Bisher habe ich noch nichts gebaut, aber schon mal rum gespielt. Mich würden mehr Interaktionen mit Weckern und HomeKit freuen. Ich hätte es cool gefunden, eine Szene aus HomeKit beim läuten des Weckers aktivieren zu können.

Generell kann ich sagen, wenn man den Schritt geht und in fast allen Belangen auf Apple wechselt, findet man sich schnell zurecht und es funktioniert einfach. Ich habe bis auf meine Mails und meine Kalender nichts mehr bei Google liegen. Diese beiden Dinge werde ich aber auch erst mal nicht umziehen.

Natürlich muss man sich dran gewöhnen, dass die Apps ganz anders aussehen und zu bedienen sind bei Apple, aber das hat man nach ein Paar Tagen schnell raus.


Ich bereue den Schritt nicht, komplett auf das iPhone umgestiegen zu sein. Aktuell finde ich mich immer besser zurecht. Die Kommataste wird mir sicherlich noch länger fehlen und die Autokorrektur ist aktuell immer noch im Lernprozess.

Witt

Hey, ich bin Witt. Hier schreibe ich über alles mögliche, was mir so in den Kopf kommt. Danke fürs Lesen!