Mein Weg zur Stammzellspende

dkms Dez. 10, 2019

2015 habe ich mich dazu entschlossen Stammzellspender zu werden.

Warum? Es gab bei uns in der näheren Umgebung (nicht Familiär, sondern Lokal gesehen) einen Fall von Blutkrebs.

Hierzu gab es eine groß angelegte Aktion der DKMS, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. Ich habe mich dazu entschlossen nicht abzuwarten, sondern mir ein Registrierungsset nach Hause bestellt. Das Set kam nach ein paar Tagen an und darin enthalten war eine Anleitung, wie man sich richtig registriert. Zusätzlich habe ich noch die Kosten der Bearbeitung meiner Registrierung getragen, da die DKMS für die Registrierung höhere Kosten hat, als ich angenommen habe. Nach der Info, dass meine Registrierung erfolgreich abgeschlossen ist und der Zusendung meiner DKMS-Karte mit meiner Spendernummer wurde es still. (Disclaimer: Ich habe ab und zu Briefe und auch Mails von der DKMS mit aktuellen Informationen über deren Arbeit erhalten - jedoch nichts bezüglich einer eventuellen Spende)

Vorbereitungen

Im Februar diesen Jahres erhielt ich dann eine Mail, dass ich in die engere Auswahl gekommen bin, für einen an Blutkrebs erkrankten Patienten zu spenden. Ich wurde gebeten, mich mit der DKMS in Verbindung zu setzen. Dies tat ich. Am Telefon wurde mir mitgeteilt, wie es nun weitergeht. Ich würde einen Brief bekommen mit Informationen und einem Set um Bluttests abzugeben. Ebenfalls wurde ich gebeten, einen Online-Fragebogen mit Details zu mir auszufüllen (dies sind Ähnliche Fragen, die ich schon vom Blut spenden kannte. Mit Fragen zu Vorbelastungen, Allergien etc.). Als ich das Set erhalten habe, wurde seitens der DKMS ein Termin bei einem Arzt vereinbart, damit ich dort meine Bluttests abgeben kann. Ebenfalls wurde ich informiert, dass die Auswertung bis zu 10 Wochen dauern kann.

Monthly schedule
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Nach knapp 10 Wochen bekam ich einen Anruf der DKMS, dass ich für den Empfänger passend bin. Somit also meinem genetischen Zwilling helfen kann. Nun war es dran, Termine abzusprechen und für welche Entnahmeverfahren ich bereit stehen würde. Ebenfalls wurde noch einmal alles detailliert erklärt. Es wurde hierbei sehr gut auf meinen eigenen Wünsche eingegangen (zB den Termin nicht in meinem Semester zu haben).  

Als die passenden Termine für die Voruntersuchung und die Entnahme feststanden, habe ich ein paar Tage später alle nötigen Informationen zur Entnahme und Tickets bekommen. Ebenfalls musste ich noch ein Mal den Gesundheitsfragebogen ausfüllen. Es wurde ein Hotel in Köln und die Anreise via Bahn dorthin gebucht und ich bekam alle Unterlagen zugesendet. Auch Bescheinigungen für den Arbeitgeber bzw. der Fachhochschule mit der Information über meine Spende lagen bei.

Photo by Jorgen Hendriksen / Unsplash

Danach war das Warten auf den vereinbarten Termin angesagt. Der erste Termin war die Voruntersuchung. Ich bin an einem Sonntag alleine nach Köln gefahren, um dort am Abend ins Hotel einzuchecken - eine Anreise am Montag wäre zu meinem Termin nicht möglich gewesen. Den Sonntagnachmittag/-abend konnte ich dazu nutzen, mich mit Freunden aus Köln zu treffen. Am Abend haben sie mir ebenfalls den Weg von meinem Hotel zur Voruntersuchung gezeigt.

Die Voruntersuchung

Bei der Voruntersuchung habe ich zuerst drei verschiedene Aufklärungsvideos zum Thema Stammzellenspende generell und zur Entnahme aus dem Blut gesehen. Hier war auch schon kurz erklärt, wie man sich auf die Spende vorbereitet.

Danach musste verschiedene Stationen abgehen:

  • Schreiben eines EKGs
  • Gewicht und Größe bestimmen
  • Ultraschall des Bauchraumes
  • Arztgespräch/Aufklärungsgespräch
  • Blutabnahme
  • Aushändigen der Spritzen

Spritzen? Ja, denn man bekommt einen Wirkstoff mit, den man sich über eine Spritze in den Bauchraum zuführen muss. Dies passiert ein paar Tage vor der Stammzellenentnahme.
Nach der Voruntersuchung bin ich direkt im ICE wieder nach Hamburg gefahren.

Direkt vor der Spende

Ein paar Tage vor der Spende musste ich mir dann die Spritzen setzen. Am ersten Tag war nichts zu merken. Am zweiten Tag fing man an zu merken, dass die Stammzellenproduktion im Beckenbereich begann. Es war über die Tage ein auf und ab. Generell hat man aber leichte Grippesymptome - also Gliederschmerzen und generell leichte Rückenschmerzen bei langem Sitzen waren es bei mir.

Die Spende

Am Tag vor der Spende bin ich wieder nach Köln gefahren und konnte wieder im gleichen Hotel einchecken. Die Aufregung am Vorabend hielt sich noch etwas zurück. Früh am Morgen am nächsten Tag wurde noch ordentlich im Hotel gefrühstückt - danach ging es zur Entnahmeklinik. In der Entnahmeklinik angekommen wurden meine Daten nochmals abgeglichen und nun konnte die Spende beginnen. Ich wurde an ein Gerät angeschlossen, welches ich (unwissend) mit einem Dialysegerät vergleichen würde. Also wurden in beide Armbeugen jeweils eine Nadel und ein kleiner Silikonschlauch gelegt - für den Blut Ab-/Zufluss. Danach begann die Maschine ihre Arbeit und filterte die Stammzellen aus meinem Blut. Ich hatte die Möglichkeit, mir einen Film anzuschauen, Musik zu hören oder mich anderweitig liegend zu beschäftigen; die Arme sollten jedoch nicht geknickt werden.
Nach gut einer Stunde bekam ich die Blutwerte und eine ungefähre Voraussage, wie lange das Gerät braucht, um die geforderte Menge zu "filtern". Ich war nach gut zweieinhalb Stunden Musik hören fertig mit der Spende. Danach wurden die Nadel und der Schlauch wieder entfernt und ich bekam Verbände in die Armbeugen. Danach überreichte man mir einen Umschlag, wo sich Brausetabletten drin befanden, um eventuelle Defizite durch die Spende auszugleichen. Die erste Tabletten waren noch in der Klinik einzunehmen und nach der Spende sollte man noch eine halbe Stunde dort warten. Danach war die Spende vorbei. Am Nachmittag wurde ich noch einmal von der Klinik angerufen, um zu fragen, ob bei mir nach der Spende noch Komplikationen aufgetreten sind - das war nicht der Fall. In dem Zuge wurde mir mitgeteilt, dass die Stammzellspende seitens der Klink ebenfalls gut verlaufen ist.

Nach der Spende

Nach der Spende bekam ich noch einen Anruf von der DKMS, welche sich über die Spende erkundigt hat.
Drei Monate nach der Spende habe ich die Info bekommen, in welches Land meine Spende ging.

Fazit

Ich würde es immer wieder machen. Es wurde alles für mich geplant: Die Reise, die Entnahme, der Aufenthalt - einfach alles. Man musste sich um nichts kümmern, sondern einfach in den Zug am vereinbarten Termin einsteigen. Die Spende selbst verlief super entspannt. Und über die Symptome der Spritzen konnte man mit einem guten Gefühl drüber weg sehen.

Man wurde vor, während und nach der Spende super betreut. Es war eine super Erfahrung für mich!

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Witt

Hey, ich bin Witt. Hier schreibe ich über alles mögliche, was mir so in den Kopf kommt. Danke fürs Lesen!

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